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Flexible Stromversorgung in virtualisierten Umgebungen

Virtualisierte Infrastrukturen, die digitale Transformation und die zunehmende Datenlast stellen besonders hohe Anforderungen an die Energieversorgung im Unternehmen.

Die Energieversorgung ist das Rückgrat eines jeden Unternehmens. Mit der zunehmenden Datenlast in virtualisierten Infrastrukturen und im Zuge der Digitalen Transformation sehen sie sich neuen Herausforderungen gegenüber, um ihre IT-Landschaft hochverfügbar zu halten. Andreas Bätschmann, Lead Representative Sales Power Quality bei Eaton erklärt, welche Szenarien moderne Lösungen bewältigen müssen.

Je fortgeschrittener der Digitalisierungsgrad eines Unternehmens ist, umso abhängiger ist es auch von einer Energieversorgung. Fließt kein Strom, stehen Prozesse wie Maschinen still und sorgen für ausbleibende Einnahmen und Wiederherstellungskosten. Wie gravierend die Folgen von Ausfällen sein können, beleuchtete eine Umfrage von Eaton unter IT-Managern in kleinen und mittleren Unternehmen bis 1.000 Beschäftigte. Demnach können sich die Kosten eines Ausfalls je nach Dauer auf hohe sechsstellige Beträge summieren. Die Energiezufuhr ist also existenziell. Sie muss auch unter widrigen Bedingungen zuverlässig und hochverfügbar sein.

In der Landschaft konvergenter Infrastrukturen

Die fortschreitende Digitalisierung lässt nicht nur die Anzahl der angeschlossenen Komponenten, wie zusätzlicher Hard- und Software-Installationen, stetig ansteigen. Sie sorgt auch für zusätzliches Datenvolumen, das durch das Rechenzentrum geschleust wird. Mit dem Anstieg der Rechenleistung steigen konsequenterweise sowohl Energieverbrauch als auch die verbundenen Kosten kontinuierlich an.

Die Virtualisierung der Infrastruktur stellt hier einen ersten Lösungsschritt dar. Sie erfordert geringere Investitionskosten, erlaubt die Einbindung von Legacy-Software ebenso wie moderne Cloud-Strukturen und ermöglicht durch aggregierte Services ein zentralisiertes Monitoring. Die Bündelung sämtlicher Ressourcen und Services stellt allerdings auch Ansprüche an die Energiezufuhr. Diese muss hochverfügbar sein, sonst steht das Unternehmen still oder erfährt Einbußen bei Leistungspeaks. Zwar bestehen für Ausfallszenarien bereits Übergangslösungen, die zunehmende Komplexität der virtuellen Infrastrukturen lässt aber auch sie an ihre Grenzen kommen. Moderne Lösungen können im Fall von Schwankungen und Ausfällen jeglicher Dauer als zwischengeschaltete Sicherheitsebene die nötigen Gegenmaßnahmen einleiten.

Auf Ausfallszenarien vorbereitet sein

Moderne Rechenzentren verfügen üblicherweise schon über Unterbrechungsfreie Stromversorgungs-Anlagen (USV). Diese sind zwar in der Lage, punktuell auftretende Stromausfälle zu kompensieren, längerfristige Störungen überschreiten jedoch die USV-Stützzeit. Moderne Powermanagement-Lösungen, die automatisiert und autonom operieren, können hier eingreifen. Sie koppeln Hypervisor-Ebene und Stromversorgung miteinander und haben Zugriff auf betriebsrelevante Daten der Stromversorgung, darunter USV-Stützzeit, Status der Rack-PDU-Gruppen und die Verfügbarkeit des externen Stromnetzes. Auf Basis dieser Informationen können die Lösungen je nach Schwere des Ausfalls Szenarien einleiten, um Daten zu schützen und Prozesse umzuleiten. Ein solches Vorgehen muss schon aus Zeitgründen automatisiert ablaufen und ein Eingreifen in den laufenden Betrieb erlauben, damit die Geschäftskontinuität gewahrt ist.

„ Powermanagement-Lösungen können Mitarbeiter entlasten und sind in der Lage, das Energiemanagement eigenständig zu überwachen und bei Bedarf rechtzeitig einzuschreiten.“

Andreas Bätschmann, Eaton

Fällt die Stromversorgung über einen Zeitraum aus, der die USV-Stützzeit überschreitet, muss die Lösung eigenständig reagieren können. Eine erste Maßnahme ist, weniger wichtiger Virtuelle Maschinen (VM) abzuschalten oder auf einen physikalischen Host zu migrieren, um die USV-Stützzeit zu verlängern. Bei schwerwiegenderen Stromausfällen kann die Lösung die verbleibende USV-Stützzeit nutzen, um wichtige Virtuelle Maschinen in ein Ausweich-Rechenzentrum zu übertragen. Das verhindert ein unkontrolliertes Beenden der virtuellen Umgebung und wichtige Anwendungen können weiterlaufen.

Großflächig auftretende Stromausfälle stellen den Worst-Case dar und macht einen Infrastructure Shutdown zum letzten Mittel. Die Lösung muss die zur Verfügung stehende USV-Stützzeit nutzen, um durch ein kontrolliertes Herunterfahren Datenverluste auf ein Minimum zu reduzieren. Hier ist menschlicher Eingriff nur noch bedingt möglich, denn die Komplexität der virtualisierten Infrastruktur erfordert ein sequenzielles Herunterfahren der virtuellen Instanzen, das sich nach hierarchischen Abhängigkeiten der Systeme richtet. Werden Kernanwendungen zu früh heruntergefahren, kann es zu gravierenden Datenverlusten kommen, die auch den Reboot der Systeme behindern. Diesen muss das System ebenso selbständig einleiten können, um eine reibungslose Wiederaufnahme des Betriebs zu ermöglichen.

Fazit

Die Virtualisierung der IT-Landschaft stellt für Rechenzentrumsbetreiber zahlreiche Vorteile bereit. Allerdings sorgt die zunehmende Komplexität für neue Anforderungen, in denen Menschen nur noch bedingt eingreifen können. Powermanagement-Lösungen können Mitarbeiter hier entlasten und sind in der Lage, das Energiemanagement eigenständig zu überwachen und bei Bedarf rechtzeitig einzuschreiten. Denn sobald der Strom weg ist, kommt es auf jede Minute an, um Systeme lange genug am Laufen zu halten und Daten zu retten.

Über den Autor:
Andreas Bätschmann ist Lead Representative Sales Power Quality bei Eaton, einem Anbieter von Energiemanagement-Lösungen.

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Nächste Schritte

Die passende Unterbrechungsfreie Stromversorgung auswählen

Die Kapazität von Kühlung und Stromversorgung kurzfristig erhöhen

Wann eine USV oder ein Generator als Notstromversorgung die beste Lösung ist

Artikel wurde zuletzt im November 2017 aktualisiert

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