Anwendungen verlagern: Der richtige Weg in die Cloud

Unternehmen stoßen häufig auf Probleme, wenn sie ihre On-Premises-Applikationen in die Cloud migrieren möchten. Daher sollten vorab einige Punkte geklärt sein.

Seit 2008 greifen Unternehmen auf Cloud Computing zurück und gerade in den letzten Jahren hat sich diese Entwicklung zu einem wahren Siegeszug entwickelt, was zahlreiche Umfragen belegen. Der Rightscale Cloud-Report beispielsweise brachte im vergangenen Jahr hervor, dass inzwischen 85 Prozent der Unternehmen eine Multi-Cloud-Strategie haben, ein erneuter Anstieg im Vergleich zu den 82 Prozent aus dem Jahr davor.

Die Prognose der Analysten von Gartner, dass 2020 eine „No-Cloud“-Policy ebenso abwegig sei wie eine „No-Internet“-Strategie dürfte auch niemanden überraschen. Zu groß sind schließlich die Vorteile, wie hohe Skalierbarkeit, geringere Wartungskosten und automatische Updates ohne eigenen Aufwand, die Cloud-Anwendungen im Vergleich zu On-Premises-Applikationen bereithalten.

Ab in die Wolken – und wieder zurück?

Während Cloud-Adoption an sich immer weiter wächst, gilt es auch zu berücksichtigen, dass die Cloud unterschiedliche Funktionen für Unternehmen haben kann. Für manche bedeutet es eine geteilte oder gemietete IT-Infrastruktur wie bei Azure oder AWS, für andere kann es ein zusätzlicher Daten- oder Dokumentenspeicher sein, wie zum Beispiel bei Box oder Dropbox.

Ebenso findet die Cloud Anwendung für die Automatisierung von Geschäftsfunktionen, die eine gemeinsam konfigurierbare Applikation verwendet, auf der die gesamte Infrastruktur sowie Services für Instandhaltung und Plattformentwicklung zusammenlaufen.

Während immer mehr Unternehmen also den Schritt in die Cloud wagen, steigt auch die Zahl derjenigen, die den gleichen Weg zurück einschlagen. Der IT-Trend Report von 2017 von Solarwinds zeigte, dass zwar 76 Prozent der befragten IT-Profis Anwendungen in die Cloud brachten, allerdings migrierten 35 Prozent ebenso wieder auf die On-Premises-Systeme zurück.

Diese konnten also das Potenzial der Cloud nicht oder nicht in dem Maße ausnutzen, wie sie es geplant hatten. Oftmals liegt der Grund hierfür darin, dass die Verantwortlichen sich vorher nicht ausreichend Gedanken über eine Migration gemacht haben, sondern ihre Anwendungen einfach von einer Umgebung in die andere verlagern. Daher sollten sich Unternehmen vorher überlegen, welche Erwartungen die Cloud für sie erfüllen soll und dabei die folgenden Aspekte berücksichtigen.

Prozesse definieren und vereinigen

Ein Grundgedanke für die Verwendung einer Cloud-Lösung ist es, Geschäftsprozesse bestmöglich zu unterstützen. Da Unternehmen Hunderte von Anwendungen im Einsatz haben, müssen diese in der Cloud ebenso gut funktionieren wie zuvor, um Workflows nicht zu behindern oder zu unterbrechen. Wer unterschiedliche Dienste auf einer Plattform vereint, kann Geschäftsfunktionen automatisieren und dadurch beschleunigen.

Die richtige Anwendung auswählen

Wenn eine Applikation in der Cloud nicht mehr so funktioniert, wie sie es On-Premises getan hat oder nicht mehr in den bestehenden Workflow integrierbar ist, sollte die Konsequenz nicht sein, den Workflow zu ändern. Ob Marketing, Sales oder HR – kein Geschäftsbereich verfügt über nur einen Anbieter und wenn eine Anwendung nicht die gewünschten Funktionen erfüllt, sollte sie durch eine ersetzt werden, die es tut.

Ian Currie, Dell Boomi

„Auch wenn es auf den ersten Blick einfach erscheint, sämtliche Anwendungen einfach in eine neue Umgebung zu migrieren, müssen die Anforderungen vorher geklärt werden, damit Unternehmen die Vorteile in vollem Umfang nutzen können.“

Ian Currie, Dell Boomi 

Von Grund auf sicher

Sicherheit ist nach wie vor eine der größten Sorgen, die Unternehmen vor dem Umzug in die Cloud beschäftigt. Das ist wenig verwunderlich, schließlich machen inzwischen fast wöchentlich Nachrichten über Datenverluste die Runde, zudem tritt demnächst die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft.

Daher kommt Datensicherheit eine wichtige Rolle in jeder Cloud-Strategie zu. Glücklicherweise haben Anbieter diesen Umstand bereits erkannt. Auch außereuropäische Anbieter haben nun ausreichend Datenschutzmechanismen implementiert, damit Unternehmen sich das für ihre Maßstäbe richtige Angebot heraussuchen können.

Skillset weiterentwickeln

Die Cloud ist eine vergleichsweise neue Technologie. Sie transformiert nicht nur die Arbeitswelt wie wir sie kennen, sondern auch die Rolle der IT-Mitarbeiter. Cloud-Suiten zu implementieren, zu konfigurieren und die verschiedenen Rollen zu verwalten erfordern neue Kenntnisse und den Willen, sich weiterzubilden. Glücklicherweise stehen IT-Teams im Unternehmen nicht alleine da. Implementierungspartner helfen Unternehmen dabei, ihre Cloud-Infrastruktur aufzusetzen und bieten zudem Training und Fortbildung für Inhouse-Kollegen und externe Partner. So bleibt kein Potenzial der Cloud-Architektur ungenutzt.

Die Vorteile der Cloud sind viel zu umfangreich, als dass Unternehmen es sich leisten könnten, darauf zu verzichten. Damit die Reise aber eine Einbahnstraße bleibt, müssen sie sich vorher ausreichend Gedanken darüber machen, welchen Zweck die Cloud erfüllen soll und welche Angebote am besten zu ihnen passen. Auch wenn es auf den ersten Blick einfach erscheint, sämtliche Anwendungen einfach in eine neue Umgebung zu migrieren, müssen die Anforderungen vorher geklärt werden, damit Unternehmen die Vorteile in vollem Umfang nutzen können.

Über den Autor:
Ian Currie ist EMEA Director bei Dell Boomi.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2018 aktualisiert

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