leungchopan - Fotolia

AWS Elastic GPU: Mehr Flexibilität in DaaS-Bereitstellungen

Bisher war die GPU-Beschleunigung virtueller Desktops aus der Cloud sehr kostspielig. AWS Elastic GPU könnte dies jetzt ändern – zumindest für OpenGL-basierte Workloads.

Wollte man bisher GPU-beschleunigte virtuelle Desktops aus der Cloud bereitstellen, musste man hierfür dedizierte GPU-Instanzen für jeden einzelnen Nutzer verwenden. Für besonders anspruchsvolle Anwendungsfälle mag dies gerechtfertigt sein, aber für durchschnittliche Büroanwendungen sind diese Mehrausgaben eigentlich nicht zu rechtfertigen. Mit der Bereitstellung von Elastic GPUs als Teil von EC2 (Elastic Compute Cloud) hat AWS kürzlich auf dieses Problem reagiert und läutet damit gewissermaßen die nächste Runde Cloud-basierter vGPUs ein.

Mit Elastic GPUs können IT-Abteilungen genau die Menge an GPU-Ressourcen zur Verfügung stellen, die ein bestimmter Anwender benötigt, dabei wird wie immer in der Cloud nur für das bezahlt, was auch tatsächlich genutzt wird. Man kann sich das in etwa folgendermaßen vorstellen: AWS stellt eine riesige Menge an GPU-Ressourcen zur Verfügung, und Anwender zahlen derzeit etwa 5 US-Cent pro Stunde für einen klitzekleinen Teil davon. Die günstigste traditionelle GPU-Option in AWS liegt demgegenüber bei 76 US-Cent pro Stunde.

Der interessante Teil bei der Funktionsweise von Elastic GPU liegt bei der GPU-Zuweisung an Endnutzer. Statt eine GPU direkt einem bestimmten Anwender zuzuordnen, fängt Elastic GPU OpenGL-Calls mit dem Grafiktreiber ab und sendet sie über das Netzwerk an die Elastic-GPU-Plattform von AWS. Dort bearbeiten die GPUs die Workloads und senden die Ergebnisse zurück an den Desktop oder die Applikation.

Die GPU-Performance mit Elastic GPU hängt von der Instanz ab, die einer virtuellen Maschine zugeordnet wird, und hier gibt es vier verschiedene Instanztypen mit unterschiedlichem GPU-Memory von 1 GiB bis zu 8 GiB und entsprechend unterschiedlichem Preis. Durch das Entkoppeln der GPU von der Hardware können Anwendern von Fall zu Fall beliebige GPU-Ressourcen zugewiesen werden, was die Flexibilität erhöht und gleichzeitig die Kosten gering hält.

Die größte Einschränkung mit Elastic GPU liegt darin, dass die Plattform lediglich OpenGL-Workloads unterstützt. Damit kommt Elastic GPU nur für die Anwender infrage, die spezifische OpenGL-Anwendungen nutzen. Elastic GPU funktioniert nicht mit DirectX oder anderen Standard-APIs, wodurch die GPU-Beschleunigung für Windows 10, Edge oder Office 365 keine Option ist. Zudem gibt es mit Elastic GPU auch kein GPU-beschleunigtes Video-Encoding.

Wie man sich schon denken kann, wenn die Daten für die Berechnung über das Netzwerk versendet werden, sollte man mit Elastic GPU auch die Bandbreite im Auge behalten. Die Netzwerkressourcen sollten ausreichend dimensioniert sein, um Anwender und Applikationen und jetzt eben auch das Grafik-Rendering zu unterstützen.

Die VDI-Spezialisten (Virtual Desktop Infrastructure) von Frame veröffentlichten kürzlich ihre Erfahrungen mit Elastic GPUs und unterstützen diese auch bereits in ihrem DaaS-Produkt (Desktop as a Service). Vor allem bei Google Earth, ANSYS, AIM, SoliEdge und Photoshop – alles OpenGL-Anwendungen – sahen sie dabei große Performance-Vorteile. Laut ihren Ergebnissen kann es eine GPU-Instanz mit 16 GB RAM zusammen mit einer Elastic-GPU-Instanz mit 4 GB durchaus mit einer 16 GB g2.2xlarge GPU-Instanz aufnehmen – bei ungefähr der Hälfte der Kosten!

Während Elastic GPUs also vor allem Unternehmen helfen werden, die OpenGL-Workloads betreiben, kann man nur hoffen, dass AWS bald den nächsten Schritt geht und auch DirectX und andere GPU-APIs unterstützt. Damit würden viele weitere Anwendungsfälle denkbar und Cloud-basierte virtuelle Desktops könnten sich endlich so anfühlen wie die Desktops herkömmlicher physischer Systeme.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Public-Cloud-Infrastruktur

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close