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VMware Auto Deploy: Host-Profile verstehen

Host-Profile sind eine wichtige Komponente der Auto-Deploy-Architektur von VMware. Erfahren Sie, wie sie funktionieren und welche Möglichkeiten Sie haben.

Host-Profile speichern die Konfiguration eines Referenz-ESXi-Hosts in einer Art Vorlage. Diese, beziehungsweise die darin enthaltenen Einstellungen, können Admins dann mit einem komfortablen GUI-Tool im Web Client auf andere Hosts anwenden, um diese zu standardisieren, also mit gleichen Einstellungen zu versehen.

Verbindet man etwa ein Host-Profil mit einem kompletten Cluster, lassen sich eine große Anzahl von Hosts in einem Rutsch mit identischen Einstellungen versehen.

Auch im Auto-Deploy-Workflow spielen Host-Profile eine entscheidende Rolle, lassen sich doch auf diese Weise für jeden über VMware Auto Deploy zu betankenden Host dessen Host-spezifische Einstellungen hinterlegen.

Im Auto-Deploy-Regel-Editor kann der Admin dann angeben, welcher Host welches Profil erhält. Dennoch profitieren vSphere-Admins im Hinblick auf Automatisierung besonders dann von Host-Profilen und Auto-Deploy, wenn die zu betankenden Hosts möglich gleich oder ähnlich ausgestattet sind.

Die im Hinblick auf Auto Deploy wichtigste Einstellung im Host-Profil ist dann diejenige, die darüber entscheidet, wie sich der Host beim Booten in einer Auto-Deploy-Infrastruktur verhält. Die entsprechende Einstellung findet sich im hierarchisch aufgebauten Konfigurationsbaum im Knoten Advanced Configuration Setting / System Image Cache Configuration im Abschnitt System Image Cache Profile Settings.

Die für Auto Deploy wichtigste Einstellung im Host-Profil finden Sie hier.
Abbildung 1: Die für Auto Deploy wichtigste Einstellung im Host-Profil finden Sie hier.

Host-Profil erzeugen

Bevor man ein Host-Profil in dieser Weise bearbeiten kann, muss man erst mal eins erzeugen. Hierzu zieht man mit der Funktion Profil von Host extrahieren eine Art Referenz-Profil von demjenigen Host ab, der als Referenz dienen soll, also über diejenigen Konfigurationseinstellungen bereits verfügt, die andere zum Beispiel frisch in den Cluster aufgenommene Hosts, noch nicht haben.

Dazu muss man Folgendes wissen: installiert man einen ESXi-Host vom Standard-ISO, verfügt er anschließend lediglich über eine rudimentäre Konfiguration. Er hat dann beispielsweise einen Standard-vSwitch mit einem Uplink-Adapter, einem Kernel-Adapter für das Management-Netzwerk und eine Port-Gruppe VM-Network für virtuelle Maschinen, Und das unabhängig davon, wie viele physische Netzwerkkarten er hat.

Ein-Host-Profil erleichtert es dann, die übrigen erforderlichen Einstellungen nachzuziehen. Tipp: Zwar sind Host-Profile ein Enterprise-Plus-Feature, da man aber jede ESXi-Version bei VMware für 60 Tage kostenlos testen kann, bieten sich Host-Profile als willkommenes Upgrade-Feature an. Sind dann die neuen migrierten Hosts (zum Beispiel von vSphere 5.5 auf 6.0 oder 6.5) dank Host-Profilen mit den gewünschten Einstellungen versehen, kann der Nutzer seine Essential-Plus- oder Standard-Lizenz einspielen, die das Feature dann für die Zukunft deaktivieren.

Hosts abgleichen/standardisieren

Auch wenn Hosts-Profile das Exponieren von Einstellungen erleichtern, die für viele Hosts identisch sind, gibt es immer auch Host-spezifischen Einstellungen, die nicht im Host-Profil selbst gespeichert werden. Das sind etwa spezifische IP-Adressen oder Passwörter, die beim Anpassen eines Hosts über so genannte Antwortdateien verteilt werden. Welche Einstellungsoptionen das betrifft, ist im Host-Profil leicht zu erkennen.

Nimmt man nämlich Änderungen am Referenz-Profil vor, wird man feststellen, dass sich bei einigen Einstellungen explizit angeben lässt, dass sie spezifisch vom Host abhängen. Wie Abbildung 1 zeigt, erlauben Host-Profile sowohl Host-spezifische Einstellungen, die vom Benutzer bei der Standardisierung explizit angegeben werden müssen, als auch Einstellungen, die vorab zu spezifizieren sind, weil sie von mehreren Hosts gemeinsam verwendet werden. Allerdings erfassen Host-Profile keine Offline-Geräte oder nicht präsentierte Geräte. Änderungen an Offline-Geräten nach dem Extrahieren eines Host-Profils wirken sich nicht auf die Ergebnisse der Übereinstimmungsüberprüfung aus.

Die Vorgaben für Host-spezifische Einstellungen lassen sich hier festlegen.
Abbildung 2: Die Vorgaben für Host-spezifische Einstellungen lassen sich hier festlegen.

Es gibt zwei Zeitpunkte im Host-Profil-Workflow, zu denen die skizzierten Antwortdateien vom vCenter entweder unter Mithilfe des Nutzers interaktiv generiert werden oder vom Admin bereitgestellt werden können. Verbindet man nämlich einen Host oder (was in der Praxis eher vorkommt) einen kompletten Cluster mit einem Host-Profil, präsentiert der grafische Administrator einen mehr oder weniger übersichtlichen grafischen Dialog, der dem Nutzer mitteilt, welche (Host-spezifischen) Einstellungen noch fehlen, um einen Host vollständig konfigurieren zu können. Die hier interaktiv einzugebenden Werte werden dann in der beschriebenen Antwortdatei erfasst, aber noch nicht angewendet.

Fehlende Einstellungen lassen sich hier nachtragen.
Abbildung 3: Fehlende Einstellungen lassen sich hier nachtragen.

Alternativ hat der Admin im Schritt 1 des Assistenten zum Anhängen eines Hosts/Clusters die Möglichkeit, die Host-Anpassung hier zu überspringen, um sie zum Beispiel erst bei der eigentlichen Standardisierung durchzuführen.

Die Host-Anpassung kann man auch überspringen.
Abbildung 4: Die Host-Anpassung kann man auch überspringen.

Ist ein Host oder Cluster mit einem Host-Profil verbunden, lässt sich in der Host-Profil-GUI jederzeit ein Compliance-Check anstoßen, um zu ermitteln, in welchen Punkten der betreffende Host vom Host-Profil abweicht. Das zugehörige Icon ist das zweite links vom Aktionen-Menü auf der ganz rechten Seite.

Die Ergebnisse kann der Admin dann im Tab Überwachen einsehen und gegebenfalls reagieren. Für das Reagieren hat man vielfältige Möglichkeiten. So kann der Admin im Tab Konfigurieren beispielsweise wahlweise das Hostprofil bearbeiten, Einstellungen von Host kopieren (in das Host-Profil) oder die erwähnten Hostanpassungen bearbeiten. Spätestens wenn man einen Host standardisieren möchte, sind die Host-Anpassungen vorzunehmen. Das Standardisieren ist selbstverständlich nur im Maintenance-Modus möglich.

Im Host-Profil-GUI können Sie einen Compliance-Check starten.
Abbildung 5: Im Host-Profil-GUI können Sie einen Compliance-Check starten.

Im Zusammenhang mit Auto Deploy ist noch zu beachten: bei Hosts, die via Auto Deploy betankt werden, „gehört“ die gesamte im Host-Profil erfasste Host-Konfiguration dem Web Client.

Nicht immer reichen bei Auto Deploy sämtliche im Host-Profil enthaltenen Informationen zum Speichern der Host-Konfiguration. In einem solchen Fall wird der Nutzer beim Starten des via Auto Deploy bereitgestellten Hosts zu einer entsprechenden Eingabe aufgefordert.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2017 aktualisiert

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