FAQ: Fragen, die Sie vor der Wahl eines Open-Source-Hypervisors klären sollten

Xen oder KVM ist die Frage bei der Wahl eines Open-Source-Hypervisors im Data Center. Unsere FAQ soll Administratoren die Entscheidung erleichtern.

Wenn Sie mit einem Hypervisor aus der Open-Source-Welt liebäugeln, haben Sie im Prinzip zwei Pakete zur Auswahl: Xen oder KVM. Ersterer bildet die Basis für den Citrix XenServer und Oracle VM. Letzterer hingegen ist der Grundstein von Red Hat und Canonical (Ubuntu). Xen hat auf Linux-Plattformen schon immer gut funktioniert. Bis zum Jahre 2011 war die Xen-Software allerdings nicht im Linux-Kernel enthalten. Somit mussten Anwender einen signifikanten Kernel-Patch einspielen und Änderungen an der Kern-Konfiguration der jeweiligen Linux-Distribution vornehmen. Andernfalls war die Software nicht zum Laufen zu bringen. Im Gegensatz dazu befindet sich KVM seit dem Jahre 2007 im Linux-Kernel. Xen gilt im Allgemeinen als der bodenständigere und alteingesessene Hypervisor. Industrie-Experten geben allerdings offen zu, dass sich KVM im Laufe der Jahre sehr gemausert hat. Man ist drauf und dran, Xen das Wasser zu reichen.

Sie sind sich nicht sicher, welcher Hypervisor der richtige für Ihr Data Center ist? Diese häufig gestellten Fragen (FAQs) sollen Ihnen bei der richtigen Entscheidung helfen.

Sind Xen und KVM dieselben Hypervisor-Typen?

Nein. Xen ist Open Source und ein Monitor für virtuelle Maschinen auf x86-kompatiblen Computern. Der KVM-Hypervisor ist die Virtualisierungs-Schicht in KVM. Xen ist als Type-1-Hypervisor klassifiziert, weil er seinen eigenen Kernel mit sich bringt. KVM hingegen ist als Type-2-Hypervisor eingestuft. Der Grund dafür ist, dass die Software den Kernel eines anderen Betriebssystems benutzt. Xen benutzt für das Scheduling der Threads und der Verarbeitung der virtuellen Maschinen seinen eigenen Kernel. KVM ist in den Vanilla-Kernel-Quellen aufgenommen und benutzt für die eben angesprochenen Operationen eben den Linux-Kernel.

Gibt es Funktionen in Xen, die in KVM nicht verfügbar sind und andersherum?

Xen bietet Programmier- und Binär-Schnittstellen für Applikationen an. Weiterhin gibt es Unterstützung für "Distributed Management Task Force (DTMF)"-Schnittstellen. Live-Migration und Shared Storage gehören ebenfalls zu Xens Portfolio. Diese Optionen ermöglichen das Konsolidieren von Servern. KVM hat Live-Migration nicht immer unterstützt. Allerdings kann die neueste Version des Hypervisors mit dieser Funktion aufwarten.

Der größte Vorteil von Xen gegenüber KVM ist wahrscheinlich native Paravirtualisierung. Damit lassen sich virtuelle Maschinen (VM) effizient ausführen, weil Sie keine Emulation benötigen. Gast-Betriebssysteme sind sich des Hypervisors bewusst und lassen sich ohne weitere Emulation oder virtuell emulierte Hardware betreiben. Ohne diese Paravirtualisierung muss der KVM-Hypervisor die von den entsprechenden virtuellen Maschinen generierten Befehle emulieren. Um die Paravirtualisierung nutzen zu können, brauchen Sie allerdings ein speziell angepasstes Betriebssystem. Eine Standard-Windows-Installation funktioniert in einer paravirtualisierten Umgebung nicht.

Was sind die Vor- und Nachteile des jeweiligen Hypervisors?

Beide Hypervisoren bringen Vorteile und Nachteile mit sich. KVM wird in der Regel als einfacher konfigurierbar und einsetzbar angesehen. Es ist im Prinzip ein einzelnes Modul, das in den Linux-Kernel geladen wird. Sobald es geladen ist, können Sie sofort virtuelle Maschinen erstellen. Die einfache Struktur von KVM ist für Administratoren reizvoll, die für die Verwaltung der Patches im Hinblick auf Enterprise-Linux-Server zuständig sind.

Allerdings bietet Xen ein breiteres Ökosystem bezüglich Drittanbieter. Es geht hier zum Beispiel um Provisioning, Backups, Storage-Management, P2V (Physical-to-Virtual), Kapazitäts-Planung, Monitoring der Performance, Automatisierung von Prozessen und Security. Anbieter sind unter anderem Citrix, Microsoft und VMware. Beim Einsatz von KVM teilen sich die Gast-Systeme Speicherblocks, CPU-Befehle und das darunterliegende Linux-System. Somit kann KVM Nachteile bezüglich Performance, Latenzzeit, Security, Skalierbarkeit und Isolierung mit sich bringen. Davon ist Xen nicht betroffen, weil der Hypervisor näher an der Hardware ist.

Die meisten Benchmarks "Xen gegen KVM" zeigen, dass Xen die bessere CPU-Performance für sich beanspruchen kann. Kommt es zu Eingabe / Ausgabe (I/O) im Hinblick auf Festplatten, hat KVM die Nase vorne und verweist Xen auf die Ränge.

Artikel wurde zuletzt im September 2013 aktualisiert

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