Kompatibilität im virtualisierten Rechenzentrum

Speicher- und Server-Virtualisierung

26.04.2007 | Autor / Redakteur: Rick Cook, freier Autor / Ulrich Roderer

Ein kritischer Schritt zur Integration von virtuellen Servern und Storage besteht darin, Speicher- und Server-Hardware auf ihre Kompatibilität zu überprüfen. Virtualisierter Speicher ist immer noch eine ziemlich neue Technik und Virtualisierung mit dem Windows Server ist noch jüngeren Datums. Somit ist es wichtig, sich zu vergewissern, dass beide Arten von Virtualisierungen gut zusammen passen und miteinander funktionieren.

Kompatibilitätsprobleme führen dazu, dass sich die Leistung einer solchen Lösung reduziert, weniger zum kompletten Ausfall eines Systems. Um eine adäquate Leistung sicher zu stellen ist es wichtig, sowohl die Server- als auch die Storage-Virtualisierungsprodukte vollständig zu verstehen. Erst dann lassen sich beide reibungslos in einer Lösung integrieren.

Der ersten Schritte in jedem Virtualisierungsprojekt besteht darin, eine vollständige Inventur aller involvierten Geräte, sowohl der Server als auch Peripheriegeräte, vorzunehmen. Dies schließt Dinge wie die Host-Bus-Adapter (HBA) und Storage Area Networks (SAN) sowie Switches und die Software- und Firmware-Revisionen ein.

Im nächsten Schritt sind die Hardware-Kompatibilitätslisten (HCL, Hardware Compatibility Lists) für beide Virtualisierungsprodukte zu prüfen. Diese Aufgabe wird leichter, da die Anbieter von Virtualisierungslösungen daran arbeiten, ihre Produkte kompatibel zu machen. Zum Beispiel vermarktet VMware, jetzt zu EMC gehörend, ihre VMware Infrastruktur 3 recht aggressiv mit Blick darauf, dass VMware ESX Server 3 eng mit Produkten zur Storage-Virtualisierung zusammenarbeitet. Vor kurzem kündigten sowohl Emulex als auch QLogic an, dass sie HBAs (Host Bus Adapter) zur Verfügung stellen, die von der VMware-Architektur unterstützt werden.

Es ist am besten, die Virtualisierung nicht mit geschäftskritischen sondern mit nur leicht ausgelasteten Servern zu beginnen. In einem Szenario von beispielsweise drei Servern, die weniger als 30 Prozent ausgelastet sind, lassen sich diese sowohl unter Kosten-Nutzen- als auch unter Leistungsaspekten sinnvoll auf einem einzigen System virtualisieren. Der Betrieb wird weniger behindert, während Administratoren die Leistungsverteilung optimieren, als wenn ein ausgelasteter Server virtualisiert werden müsste.

Leistung ist kein Problem

Es mag überraschen, aber moderne Virtualisierungstechnologien erzeugen nur geringe Zusatzbelastungen in puncto Zeit, Leistung und Kapazität. Dennoch empfiehlt es sich, die Systemleistung mit Hilfsprogrammen wie Iometer und herstellerspezifischen Tools zu überwachen.

Dennoch sollte nicht jede Art von Speicher virtualisiert werden, besonders jener nicht, der direkt mit dem Betrieb der virtuellen Maschinen verbunden ist. VMware empfiehlt zum Beispiel eine VMFS-(VMware-Native-File-System)-Partition einzurichten, entweder auf einem lokal angeschlossenen Speicher oder per Swap Space als LUN -0 (logische Einheitsnummer) im SAN vorzuhalten. Da virtuelle Maschinen stark vom Auslagern von Speicherbereichen abhängen, ist es wichtig, dass diese Partition für optimale Leistung dimensioniert und konfiguriert ist. Deshalb empfiehlt VMware, die Auslagerungspartition nicht auf einem Network Attached Storage (NAS) unterzubringen. Aus demselben Grund sollte die VMware Kernel Core Dumo Partition (vmkcore) lokal zugeordnet oder in LUN -0 sein.

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