Application Delivery & Server Based Computing 2.0

Virtualisierung schafft alternative IT-Infrastrukturen

05.06.2007 | Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Andreas Donner

Citrix hat mit dem Presentation Server das Server Based Computing auf breiter Front erobert. Doch dieser Markt wird immer komplexer und diversifiziert sich. Neben klassischem Server Based Computing und Application Delivery stehen nun auch alternative Modelle zur Applikationsbereitstellung vor der Tür.

Citrix hat mit dem Presentation Server und dessen Vorgänger einerseits das Server Based Computing fest im Griff. Andererseits wird der Presentation Server kaum eine dauerhafte „Cashcow“ bleiben. Ungemach steht Citrix bereits von mehreren Seitens ins Haus: Zum einen liefert Microsoft mit dem Terminal Server selbst eine Variante des Server Based Computing aus. Zum anderen entziehen die webbasierten Anwendungen dem Presentation Server in seiner traditionellen Zielsetzung den Boden.

Und schließlich entstehen mit den diversen Virtualisierungslösungen im Moment zahlreiche alternative Modelle zur Applikationsbereitstellung. Daher ändert auch Citrix seine Strategie und spricht schon seit geraumer Zeit nicht mehr nur vom „Server Based Computing“ sondern mehr und mehr von der „Virtualisierung von IT-Infrastrukturen“.

Breites Spektrum

Dazu hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren diverse Produkte und Firmen zugekauft und diese in sein eigenes Portfolio integriert. Das Spektrum umfasst damit die gesamte Palette an Werkzeugen für die Bereitstellung von IT-Arbeitsplätzen.

Neben dem traditionellen Presentation Server sind hier hauptsächlich die Produkte NetScaler, Desktop Server, WANScaler, das Access Gateway und EdgeSigth zu nennen. Funktional überstreicht die Produktpalette damit neben dem reinen Application Delivery hauptsächlich die Bereiche Netzwerküberwachung, Traffic- und Security-Management sowie die Virtualisierung von Laufzeitumgebungen für die eigentlichen Applikationen.

Herausforderung Web-Applikation

Die traditionelle Funktion des Presentation Server ist die Bereitstellung einer serverbasierten Laufzeitumgebung für Windows Applikationen. Zum Empfängergerät bzw. Client werden dabei nur Bildschirminhalte transferiert; ausgeführt wird die Applikation auf einem zentralen Server, dem Presentation Server.

Derzeit stellen Windows-Programme – auf die der Presentation Server abzielt – noch einen Grossteil der in Unternehmen zum Einsatz kommenden Applikationen dar. Parallel dazu entwickelt sich allerdings der Markt für Web-basierte Anwendungen rasant weiter. Deren Ausführungsumgebung teilt sich bekanntlich in den Applikationsserver, einen Internetserver und den Benutzerbrowser auf. Der Presentation Server ist hier in der Regel nicht involviert.

Um mit dem eigenen Produktportfolio auch Web-Applikation bereitstellen zu können, bietet Citrix seinen NetScaler an. Dabei handelt es sich um eine Appliance zur Beschleunigung von Webanwendungen, die mit dem Caching von Webinhalten sowie einer Optimierung und Komprimierung des Datenverkehrs arbeitet.

Neuer Weg Virtualisierung

Ein dritter Zweig zur Bereitstellung von Applikationen öffnet sich seit wenigen Jahren durch die Virtualisierung von Applikationen. Vorreiter sind hier bspw. Microsoft mit Softricity und Altiris/Symantec mit der Altiris Software Virtualization Solution sowie jüngst auch Landesk.

Citrix bildet diese virtuellen Umgebungen durch den Presentation Server und dessen Funktionen zum Applikations Streaming ab. Vom technischen Standpunkt her ähneln diese Konzepte der Java Virtual Machine in den Benutzer-Browsern. Auf dem Zielsystem wird dabei eine isolierte Laufzeitumgebung für die Applikation geschaffen. Diese läuft somit völlig getrennt von allen anderen Programmen. Gegenseitige Beeinflussungen, aber auch die Kommunikation mit anderen virtualisierten Applikation, ist nicht möglich – es seit denn, sie liegen in der gleichen virtuellen Umgebung.

Noch einen Schritt weiter geht Citrix mit den seinen virtuellen Desktops und dem Desktop Server. Dabei wird nicht nur eine Applikation, sondern der gesamte Benutzerdesktop virtualisiert. Im Kern handelt es sich beim Desktop Server um ein Produkt, das dem Benutzer seinen gesamten Desktop, also das Betriebssystem inklusive aller Applikationen, zentral bereitstellt.

Auch hierbei werden, ähnlich wie beim Presentation Server, lediglich Bildschirminhalte und Benutzereingaben transferiert. Die Ausführungsumgebung des Betriebssystems ist ein zentraler Server, ein Blade-Einschub oder wiederum der Presentation Server.

Der Presentation Server, der Desktop Server und NetScaler sorgen somit alle für eine zentralisierte Bereitstellung von Applikation. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten liegen darin, ob es sich um Windows-Programme, Web-Applikationen oder ganze Desktops handelt.

Abgerundet

Die grundlegende Zielsetzung aller Produkte besteht also darin, die Bereitstellung von IT-Diensten auf jeglichen Geräten und an jeglichen Lokationen zu realisieren. Da das nicht immer so reibungslos funktionieren mag, ist ein Monitoring gefordert. Dies soll schließlich durch eine weitere Komponenten namens Citrix EgdeSight vorgenommen werden.

Obgleich Citrix mit seinen Produkten natürlich nicht allein im Markt agiert, ist der gewählte Ansatz jedoch in manchen Bereichen durchaus neu und wird zukünftige Verarbeitungsmodelle beeinflussen.

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