Definition

Virtualisierung

Als Virtualisierung bezeichnet man die Erstellung einer virtuellen Version von einer physischen. Das können Betriebssysteme, Server, Storage oder auch Netzwerk-Ressourcen sein.

Wenn Sie jemals eine Festplatte in zwei oder mehrere verschiedenen Partitionen unterteilt haben, dann kennen Sie das Prinzip von Virtualisierung bereits. Eine Partition ist ein logischer Teil der Festplatte, mit dem sich dann im Prinzip eine zweite Festplatte erstellen lässt.

Bei der Virtualisierung von Betriebssystemen nutzt man Software, um mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auf einer physischen Hardware zu betreiben. Die Technologie wurde vor Jahrzehnten ursprünglich auf Mainframes eingesetzt. Somit konnten System-Administratoren die Verschwendung von teurer Rechenleistung vermeiden.

Seit dem Jahre 2005 hat sich die Virtualisierung dann schneller verbreitet, als sich das viele damals haben träumen lassen, inklusive vieler Experten. Es gibt drei Bereiche in der IT, in denen Virtualisierung hauptsächlich zum Einsatz kommt. Das sind Netzwerk-Virtualisierung, Storage-Virtualisierung und Server-Virtualisierung:

  • Bei der Netzwerk-Virtualisierung kombiniert man in einem Netzwerk verfügbare Ressourcen, indem man die verfügbare Bandbreite in Kanäle oder Channels aufteilt. Jeder Kanal ist vom anderen unabhängig. Weiterhin kann man jeden Kanal einem speziellen Server oder einem Gerät in Echtzeit zuweisen. Die Idee dahinter ist, dass Virtualisierung die tatsächliche Komplexität des Netzwerks verringert. Man unterteilt das Netzwerk in einzeln zu verwaltende Sektionen. Das ist mit dem anfangs erwähnten Beispiel der Festplatten-Partitionen zu vergleichen. Damit wird die Verwaltung der Dateien vereinfacht. An Netzwerk-Virtualisierung angrenzende Begriffe sind Network Functions Virtualization (NFV) und Software-defined Networking (SDN).
  • Storage-Virtualisierung ist die virtuelle Vereinigung von physischem Storage, das auf Storage-Geräten im Netzwerk verteilt ist. Somit sieht es so aus, als handle es sich um ein einzelnes Storage-Gerät, das sich von einer zentralen Konsole aus verwalten lässt. In der Regel setzt man in Storage Area Networks (SAN) auf Storage-Virtualisierung. Ein an Storage-Virtualisierung angrenzender Begriff ist Software-defined Storage (SDS).
  • Server-Virtualisierung ist die gemeinsame Verwendung von Server-Ressourcen, die sich auf einem individuellen physischen Host befinden oder von diesem bereitgestellt werden. Dazu gehören Prozessoren, Arbeitsspeicher, Storage und so weiter. Man will es dem Anwender ersparen, dass er sich um die komplizierten Details der Server-Ressourcen kümmern muss. Zudem wird die Auslastung der Hardware und damit deren Effizienz erhöht, da sich mehrere virtuelle Server die Ressourcen des physischen Hosts teilen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Ressourcen später zu erweitern. Ein an Server-Virtualisierung angrenzender Begriff ist das Software-defined Data Center (SDDC).

Virtualisierung ist in den letzten Jahren von einem Trend zu einer sehr häufig verwendeten Technologie in den Data Centern der Unternehmen geworden. Die großen Vorteile liegen in der Automatisierung, mit der sich IT-Umgebungen quasi selbst verwalten und je nach Bedarf Ressourcen zugewiesen bekommen, und in modernen Pay-per-Use-Szenarien, in denen Kunden von Service-Providern nur die Computing-Ressourcen bezahlen, die sie gerade benötigen.

Artikel wurde zuletzt im September 2014 aktualisiert

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