Definition

Containerbasierte Virtualisierung

Containerbasierte Virtualisierung, auch als Betriebssystem-Virtualisierung bekannt, ist ein Ansatz der Virtualisierung, in dem die Virtualisierungsebene als eine Anwendung innerhalb des Betriebssystems läuft. Ein Hypervisor wie bei der klassischen Server-Virtualisierung entfällt hierbei, die virtuellen Maschinen teilen sich also den Kernel des Host-Betriebssystems und werden aufgrund ihrer Portabilität als Container bezeichnet.

Bei der containerbasierten Virtualisierung gibt es nicht den typischen Overhead, der bei der Hypervisor-basierten Virtualisierung auftritt, bei der jeder Gast über ein vollständig installiertes Betriebssystem verfügt. Gleichzeitig kann containerbasierte Virtualisierung auch die Leistung steigern, da sich nur ein einziges Betriebssystem um die Hardwareaufrufe kümmern muss. Ein Nachteil der containerbasierten Virtualisierung besteht darin, dass jede Gast-VM das gleiche Betriebssystem samt Kernel nutzt wie der Host, was zu enormen Sicherheitsproblemen führen kann. Inzwischen gibt es aber Möglichkeiten, auch Container-Virtualisierung sicher zu betreiben.

Üblicherweise wird die containerbasierte Virtualisierung im Unternehmensumfeld momentan eher noch gemieden und ein Hypervisor bevorzugt, allerdings hält die Container-Virtualisierung mehr und mehr auch Einzug in Produktionsumgebungen großer Unternehmen. Aufgrund des fehlenden Hypervisors und Gast-Betriebssystems starten containerisierte Applikationen wesentlich schneller als klassische virtuelle Maschinen und sind flexibler von einem Host zu einem anderen zu verschieben.

Typischerweise beinhalten Container-Umgebungen auch Hybrid- oder Public-Cloud-Umgebungen, während containerisierte Applikationen meist in Form von Mikro-Services in einzelne Bestandteile zerlegt und separat in eigenen Containern virtualisiert werden, was die Skalierbarkeit der Applikation als Ganzes erhöht. Neben Sicherheitsbedenken gibt es aber noch einige weitere Nachteile containerbasierter Virtualisierung, so dass sich hierfür nicht pauschal alle Applikationen eignen.

Lange Zeit waren Linux-Container aufgrund der komplexen Konfiguration eher ein Nischenprodukt, bis Docker vor kurzem das Verpacken und Bereitstellen von Linux-Containern über die Docker Engine wesentlich vereinfacht hat. Seitdem gibt es mehr und mehr konkurrierende Container-Plattformen, zu der bald sogar auch Windows Server 2016 mit dem Nano Server gehören wird. Neben Microsoft unterstützen auch große Softwarehersteller wie VMware (Project Bonneville) oder Red Hat (RHEL 7 Atomic Host) Docker- und Linux-Container.

Diese Definition wurde zuletzt im Juli 2015 aktualisiert

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