F

Windows Server 2012 R2 und Windows RT 8.1: Die beste Kombination für Firmen?

Die Server- und Tablet-Betriebssysteme bieten mit Workplace Join und Workplace Folders Funktionen, die mit RT-Tablets die Arbeit im Firmennetz ermöglichen.

Sind Microsoft-Tablets zusammen der neuen Serverversion die beste Lösung für Unternehmen?

Mit Windows Server 2012 R2 bietet Microsoft einige neue Funktionen an, die vor allem für Anwender von Tablet-PCs interessant sein können. Bisher sind Windows RT-Tablets eher selten in Unternehmen eingesetzt worden, da diese weder eine Domänenanbindung ermöglichen, noch den Zugriff auf Daten im Unternehmensnetzwerk. Durch die neuen Funktionen Arbeitsplatznetzwerk (Workplace Join) und Arbeitsordner (Workplace Folders) können jetzt auch Geräte auf Unternehmensressourcen zugreifen, die bisher noch keine Möglichkeit dazu hatten. Wir werfen in diesem Beitrag einen detailierten Blick auf diese Funktionen. Die Frage ist, ob Microsoft durch die neuen Möglichkeiten in Windows Server 2012 R2 zusammen mit Windows RT 8.1 bessere Anwendungsmöglichkeiten für Unternehmensanwender schafft?

Microsoft-Tablets im Überblick

Tablets erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, und zunehmend werden auch sensible Daten auf ihnen gespeichert. Zwei Trends, auf die auch Microosft reagiert. Aktuell gibt es auf dem Markt zwei verschiedene Tablet-Systeme von Microsoft. Windows RT wird auf den Tablets Surface RT und Surface 2 betrieben. Auf den beiden professionellen Varianten Surface Pro und Surface 2 Pro nutzt Microsoft Windows 8 Pro, beziehungsweise Windows 8.1 Pro. Diese Editionen sind deutlich teurer, bieten aber umfassende Möglichkeiten zur Anbindung an Unternehmensnetzwerke. Der Namensunterschied ist hier klein, der Funktionsunterschied enorm. Tablets mit Windows RT können kein Mitglied von Domänen werden. Eine zentrale Verwaltung dieser Geräte im Netzwerk kann nur durch eineKombination von System Center Configuration Manager und Windows Intune erreicht werden.

Hierbei findet also eine cloud- und serverbasierte Verwaltung statt. Diese müssen gesondert lizenziert, eingerichtet und betrieben werden. Nur für den Einsatz von Windows RT-Tablets wird sich die Anschaffung dieser Produkte kaum lohnen. Technisch würden sich Windows RT-Tablets problemlos an Windows-Domänen anbinden lassen, Microsoft verhindert das wohl ausschließlich aus Marketinggründen. Schließlich sollen Unternehmenskunden die weitaus teureren Surface Pro-Produkte kaufen. Durch diese Einschränkung von Windows RT auf den Endkundenmarkt, unterstützen die Geräte natürlich auch keine Gruppenrichtlinien. Außerdem lassen sich keine beliebigen Anwendungen auf den Geräten installieren, Windows RT unterstützt nur die für das System geeigneten Apps aus dem Windows Appstore.

Arbeitsplatznetzwerke (Workplace Join) mit Windows RT

Windows-PCs können ab Windows Server 2012 R2 und Windows 8.1 auch ohne Domänenmitgliedschaft auf Unternehmens-Ressourcen zugreifen.

Durch die neuen Arbeitsplatznetzwerke in Windows Server 2012 R2 und Windows RT 8.1 lassen sich solche Geräte mit Umwegen an Domänen anbinden. Allerdings setzt das einiges an Konfigurationsarbeit voraus. Im Grunde genommen besteht Workplace Join lediglich aus der Weitergabe von verschiedenen Authentifizierungen und Zertifikaten. Durch diese Daten wird ein Windows-Benutzer in Active Directory auch dann authentifiziert, wenn sein Client kein Mitglied einer Domäne ist.

Auf dieser Basis erhalten Anwender Zugriff auf Anwendungen im Unternehmensnetzwerk und den Endgeräten wird von der Domäne vertraut. Die Technologie erlaubt auch den Zugriff über das Internet. IT-Mitarbeiter können bei Workplace Join den Zugang aber einschränken und auch mit Richtlinien regeln, sodass die Endgeräte zumindest teilweise abgesichert sind.

Scheidet ein Benutzer aus dem Unternehmen aus, kann die IT-Abteilung die Vertrauensstellung zwischen Endgerät und Active-Directory-Domäne widerrufen. Alles in allem löst Workplace Join aber maximal 50 Prozent der fehlenden Technologien von Windows-Tablets. Ohne eine richtige Domänenanbindung entstehen in der IT-Abteilung unnötige Aufgaben zur Konfiguration, Wartung und Verwaltung der Funktion. Außerdem sind oft weitere Serverdienste, wie die Active-Directory-Verbunddienste, notwendig, damit diese Funktion genutzt werden kann.

Arbeitsordner (Workplace Folders) für sichere Dateisynchronisation

Mit Arbeitsordnern können Anwender auf Tablets Daten in das Netzwerk synchronisieren, ähnlich wie mit OneDrive.

Arbeitsordner (Workplace Folders) sind ebenfalls eine neue Funktion in Windows Server 2012 R2 und Windows 8.1. Bei den Workplace Folders handelt es sich um Grund um den Nachfolger der Offline-Dateien. Die Arbeitsordner übertragen ihre Daten SSL-verschlüsselt über eine HTTPS-Verbindung und erlauben das Fernlöschen, sowie die Verwendung von Richtlinien für die Synchronisierung.

Die Workplace Folders ermöglichen Anwendern die Synchronisierung von Dateien und Verzeichnissen mit dem Netzwerk. Administratoren können Firmendaten verschlüsselt auf den Endgeräten ablegen lassen. Auf diesem Weg haben die Administratoren auch Fernzugriff auf diese Daten und können diese löschen, wenn ein Endgerät verloren geht, oder der Anwender das Unternehmen verlässt. Die persönlichen Daten der Anwender bleiben bei diesem Vorgang natürlich unberührt.

Arbeitsordner versus OneDrive for Business

OneDrive for Business bietet zusammen mit SharePoint 2013 oder Office 365 wesentlich mehr Funktionen als Arbeitsordner in Windows Server 2012 R2.

Problem beim Einsatz dieser Funktion ist die Verwirrung der Anwender. Neben der Synchronisierung von Daten über Arbeitsordner, bietet Microsoft noch OneDrive für Endanwender und OneDrive for Business für Unternehmen mit Office 365 oder SharePoint 2013. Anwender können alle diese Funktionen auch parallel nutzen. Klar, dass hier zwangsweise Daten an falsche Orte synchronisiert werden, weil „normale“ Anwender von den vielen Funktionen komplett überfordert sind. Unternehmen, die also auf SharePoint 2013 oder Office 365 setzen, sollten genau prüfen, ob sich der parallele Einsatz von Arbeitsordnern überhaupt lohnt. Microsoft selbst gibt zu, dass die Workplace Folders eigentlich ausschließlich für Unternehmen entwickelt wurden, die kein SharePoint 2013 und kein Office 365 einsetzen. Arbeitsordner können im Grunde nichts, was OneDrive for Business nicht auch kann. Im Gegenteil: Es fehlen in den Workplace Folders Funktionen, wie die Unterstützung von Bibliotheken, oder das Teilen von Dokumenten mit anderen Anwendern.

Fazit

Auch wenn Microsoft mit Windows Server 2012 R2 den Bring-Your-Own-Device-Ansatz weiter ausbauen will und zum Beispiel auch ActiveSync-Unterstützung bietet, hinken Microsoft-Tablets mit Windows RT anderen Systemen mit Android oder iOS deutlich hinterher. Zwar geht Microsoft den richtigen Weg, allerdings ist die neue Serverversion noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Windows RT-Tablets können nichts, was die Konkurrenten mit Android und iOS nicht auch können. Im Gegenteil: Workplace Join soll sich zukünftig auch mit Android-Tablets und iPads nutzen lassen. Wer erwartet hat, dass Microsoft mit Windows Server 2012 R2 und Windows RT 8.1 den Windows-Tablets endlich Vorschub leistet, wird enttäuscht sein.

Artikel wurde zuletzt im November 2013 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Windows-Server

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close