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Wie wirken sich Affinitätsregeln auf den VM-Failover aus?

Affinitätsregeln werden für eine effiziente VM-Platzierung verwendet. Aber wie wirkt sich die Nutzung bei einem VM-Failover auf DRS und vSphere HA aus?

Der durchschnittliche Administrator verbringt überraschend viel Zeit damit, die Verteilung virtueller Maschinen über Host-Systeme auszutarieren. Die effiziente VM-Platzierung stellt sicher, dass zusammenhängende virtuelle Maschinen auf dem gleichen Host bleiben können, was der Performance zugutekommt, oder zum Beispiel auch effizienter auf Storage zugreifen können. Aber selbst die besten Pläne sind schnell vergessen, wenn es zu einem Failover kommt.

Natürlich ist es möglich, bei einem Failover der virtuellen Maschine einfach irgendeinen Host zuzuweisen, rein mit Blick auf freie Ressourcen. Diese zufällige Art des VM-Failover ist aber sicher nicht empfehlenswert. Für eine bessere VM-Zuteilung auch im Failover-Fall können VMware-Administratoren Affinitätsregeln für Distributed Resource Scheduler (DRS) definieren, um die VM-Platzierung zu optimieren.

Wichtige virtuelle Maschinen werden heutzutage selten als einzelne Instanz in einem Data Center betrieben. Für eine höhere Verfügbarkeit werden stattdessen meist zwei oder mehr Instanzen als Cluster koordiniert. Bei einem Ausfall können so andere Nodes im Cluster den Workload weiter ausführen, während der ausgefallene Node auf einem anderen Host neu gestartet wird und anschließend wieder dem Cluster beitritt.

Dabei ist es enorm wichtig, zu entscheiden, wo eine virtuelle Maschine in einer virtuellen Umgebung neu gestartet werden soll – und wo nicht.

Ein schlechtes Beispiel wäre es etwa, wenn eine virtuelle Maschine auf irgendeinem beliebigen Host gestartet wird, weil die VM ja vielleicht Zugriff auf bestimmte Storage-, Netzwerk- oder Compute-Ressourcen benötigt. Vielleicht aber ja auch auf andere virtuelle Maschinen, etwa für Backups oder den Datenbankzugriff. Daher müssen Administratoren vorab Pläne für die VM-Platzierung erstellen und entsprechende Regeln aufsetzen.

Affinitätsregeln und die VM-Platzierung bei einem Failover

Affinitätsregeln können für Plattformen wie Distributed Resource Scheduler oder vSphere High Availability (HA) definiert werden und beeinflussen dann die VM-Platzierung während der Skalierung oder bei Failover-Vorgängen. Neben Affinitätsregeln gibt es außerdem auch Anti-Affinitätsregeln.

Affinitätsregeln sorgen dafür, dass virtuelle Maschinen auf bestimmten Hosts platziert werden (oder innerhalb einer bestimmten Host-Gruppe). Anti-Affinitätsregeln dagegen verhindern, dass eine virtuelle Maschine auf einem bestimmten Host platziert wird.

Dabei sollte man verstehen, dass Affinitäts- und Anti-Affinitätsregeln keine logischen Gegensatzpaare darstellen. Die Affinität für einen Host bedeutet also nicht automatisch auch die Anti-Affinität für alle anderen. So kann man beispielsweise Affinitätsregeln nutzen, wenn eine wichtige virtuelle Maschine innerhalb einer ganzen Server-Gruppe platziert werden soll.

Anti-Affinitätsregeln dagegen verhindern, dass eine virtuelle Maschine im Failover-Fall auf einem Host platziert wird, der beispielsweise schon eine andere Instanz der gleichen VM ausführt. Damit wird ein Single Point of Failure ausgeschlossen, der durch das Hosten mehrerer Instanzen der gleichen VM auf einem Host entstehen würde. Die Verwendung von Affinitäts- und Anti-Affinitätsregeln hängt davon ab, welche Ziele und Beschränkungen für die VM-Platzierung gelten.

Während DRS virtuelle Maschinen vor allem zum Load Balancing verschiebt, dient vSphere HA vor allem einer erhöhten Verfügbarkeit. Failover-Vorgänge von vSphere HA richten sich daher nicht immer nach den definierten Affinitätsregeln, die gerade im Zusammenhang mit älteren vSphere-Versionen Probleme verursachen können. Ab vSphere 6 können Administratoren aber auch festlegen, wie vSphere HA im Failover-Fall mit Affinitätsregeln umgehen soll. So könnte man beispielsweise Affinitätsregeln für DRS für ein gewünschtes Verhalten mit vSphere HA modifizieren.

Für vSphere High Availability gibt es zwei unterschiedliche Arten der Regeldurchsetzung. Wählt man die Option HA should respect VM to Host affinity rules during failover, dann wird vSphere HA versuchen, die virtuellen Maschinen soweit wie möglich gemäß der Affinitätsregel auf den gewünschten Hosts zu platzieren. Falls dies nicht möglich ist, werden die virtuellen Maschinen für den Failover-Vorgang auf anderen Hosts gestartet.

Wird stattdessen die Option HA must respect VM anti-affinity rules during failover gewählt, wird vSphere HA die Trennung der virtuellen Maschinen erzwingen. Wenn von der Affinitätsregel betroffene virtuelle Maschinen letztlich aber auf dem gleichen Host platziert werden müssten, damit also eine Anti-Affinitätsregel verletzen würden, dann würde vSphere HA den Failover-Vorgang abbrechen.

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Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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