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Wie funktionieren RDP-Anwendungen zur Fernsteuerung?

Das Remote Desktop Protokoll wird in vielen Unternehmen genutzt, um Rechner aus der Ferne zu steuern und um darüber etwa Wartungsaufgaben zu erledigen.

Dieser Artikel behandelt

Desktop-Management

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Das RDP-Protokoll (Remote Display Protocol) dient dazu, den Bildschirminhalt eines entfernten Rechners auf einem anderen Computer darzustellen.

Das Protokoll überträgt zudem Tastatureingaben des Nutzers sowie etwa auf einem Touchscreen durchgeführte Aktionen zu dem entfernten Computer. Auf diese Weise kann ein Anwender mit dem entfernten Desktop und den darauf installierten Anwendungen arbeiten, als würde er direkt vor diesen sitzen.

Eine IT-Abteilung installiert in der Regel eine dedizierte Software auf dem Client, um das Protokoll umzusetzen und um den Inhalt des Desktops zu übertragen. In manchen Fällen lässt sich dazu aber auch ein HTML5-fähiger Browser anstelle einer spezialisierten Software einsetzen.

Der RDP-Prozess

Normalerweise erledigt eine RDP-Anwendung weit mehr als nur Daten zwischen einem Host und einem Client zu übertragen. Die meisten Programme nutzen auch Techniken wie Encoding, Kompression und Deduplizierung, um die Menge an Daten zu reduzieren, die übermittelt werden müssen, und um die Performance zu erhöhen. Jede der auf dem Markt verfügbaren Lösung verwendet dabei in der Regel ihre eigenen Techniken, um diese Ziele zu erreichen.

Meist verwenden sie aber auch spezielle Codecs, um den Bildschirminhalt zu übertragen und später wieder darzustellen. Codecs sind vergleichbar mit Computerprogrammen, die zum Komprimieren von Daten verwendet werden. Sie können auch eingesetzt werden, um Datenströme zu kodieren und zu dekodieren, um sie zu betrachten und zu bearbeiten.

Ein häufig verwendeter Codec ist H.264. Er ist auch als AVC/H.264 beziehungsweise Advanced Video Coding, MPEG-4 Part 10 bekannt. Blast Extreme von VMware setzt ihn etwa ein. Der H-264-Codec ermöglicht es, qualitativ hochwertige Videodaten über nahezu beliebige Netzwerke und Systeme zu übertragen. Das funktioniert sogar bei relativ schlechten Verbindungen.

RDP-Anwendungen sind jedoch nicht nur auf den H.264-Codec oder überhaupt nur die Nutzung eines einzigen Codecs beschränkt. Manche Versionen unterstützen mehrere Codecs und setzen sie je nach Bedarf ein.

Wie überträgt eine RDP-Anwendung Daten?

Zur Übertragung von Daten über ein Netzwerk nutzen die meisten RDP-Lösungen TCP (Transmission Control Protokoll), UDP (User Datagram Protocol) oder eine Mischung aus beiden. TCP enthält einen Kontrollmechanismus, um sicherzustellen, dass der Empfänger auch wirklich alle Datenpakete erhalten hat.

UDP kann dies nicht. Das hat jedoch den eindeutigen Vorteil, dass UDP einen geringeren Overhead als TCP aufweisen kann, so dass Übertragungen schneller erfolgen und dafür weniger Bandbreite benötigt wird. Auf der anderen Seite können bei UDP unbemerkt Daten verloren gehen. Beim Streaming von Videos ist dies aber meist kein größeres Problem.

Manche Remote-Display-Lösungen wie Citrix HDX oder Microsoft RemoteFX ermöglichen es Administratoren, sich zwischen TCP und UDP zu entscheiden, wobei aber meist eine Variante bevorzugt wird. Wenn eine Option zur Wahl besteht, sollten Admins die vorhandenen Netzwerkeinschränkungen, aktuelle Workloads sowie die Frage, ob eventuelle Datenverluste verkraftet werden können, vor einer Entscheidung in Betracht ziehen.

In manchen Fällen übertragen RDP-Anwendungen einen Teil der Aufgabe, den Desktop in der Ferne wieder darzustellen, an den lokalen Client. Dadurch soll die Performance verbessert werden. Insbesondere bei Multimedia-Inhalten ist dies von Vorteil. Die Technik funktioniert jedoch nur auf Clients, die auch die dafür nötige Rechen-Power vorweisen können.

Die meisten RDP-Lösungen unterstützen auch eine Technik namens USB Redirection. Dadurch ist es möglich, ein Endgerät wie einen USB-Stick an einen Rechner anzuschließen und dann aus der Ferne auf seine Inhalte zuzugreifen.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2018 aktualisiert

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