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Wie die Windows-Lizenzierung Cloud-basierte Desktops behindert

Die Windows-Lizenzierung verhindert, dass sich Cloud-basierte Desktops schnell durchsetzen. Doch es gibt Möglichkeiten, Microsofts Verbote zu umgehen.

Wie beeinflusst Microsofts Windows-Lizenzierung den Einsatz von Cloud-basierten Desktops?

"Cloud-basierte Desktops" kann unterschiedliche Sachverhalte beschreiben. Zunächst kann das Bereitstellen eines Desktops über die Cloud mobilen Benutzern, die Geräte ohne Windows verwenden, zum Beispiel ein iPad, Zugriff auf Microsoft Office oder andere Windows-Anwendungen verschaffen. Cloud-basierte Desktops können auch von Unternehmen eingesetzt werden, die keine kompletten Windows-PCs, sondern sichere Thin-Terminals zusammen mit den gängigsten Windows-Anwendungen nutzen wollen.

Allerdings verbietet Microsofts Windows-Lizenzierung die offensichtlichste Lösung:DasMieten virtueller Desktops von einer Hosting-Firma, auch als "Desktop as a Service" bezeichnet.

Dieses (etwas unverständliche) Verbot lässt sich auf zwei Arten umgehen:

  • Mieten Sie einen gehosteten Windows-Server-Desktop
  • Lassen Sie einen sogenannten Managed Service Provider virtuelle PC-Desktops für Sie hosten

Windows-Server-Desktops lassen sich über die Remotedesktopdienste (RDS), zuvor als Terminaldienste bekannt, zur Verfügung stellen. Ein Windows-Server startet mehrere Desktop-"Sitzungen", mit denen Benutzer auf einen PC-ähnlichen Desktop zugreifen können. Desktop-Sitzungen können von einem Hosting-Anbieter, der Microsofts Lizenzvereinbarung "Services Provider Licensing Agreement" (SPLA) unterzeichnet, an Kunden auf monatlicher Basis vermietet werden.

Da diese Desktops (und - gegen zusätzliche Gebühr - auch Office) pro Nutzer vermietet werden können, stellen sie eine gute Möglichkeit dar, Windows und Office für Benutzer mit mehreren Geräten, auf denen Office als systemeigene Anwendung nicht läuft, anzubieten. Mit nur einem Konto können sie auf ihren gehosteten Desktop von einem oder mehreren PCs, einem iPad und anderen Geräten zugreifen.

Diese Desktop-Sitzungen - oder spezielle darauf  laufende Anwendungen - können Benutzern auch über Citrix- oder Microsoft-Tools zur virtuellen Desktop-Bereitstellung oder Anwendungsvirtualisierung zur Verfügung gestellt werden.

Die zweite Möglichkeit, Cloud-basierte Desktops verfügbar zu machen, besteht darin, einen Managed Service Provider (MSP) dafür zu bezahlen, dass er virtuelle Desktops ausführt. Der Kunde stellt dem MSP virtuelle Maschinen mit einem PC-Betriebssystem (beispielsweise Windows 7) bereit, und der MSP hostet sie auf seinen Servern. Jeder der MSP-Server muss in diesem Szenario fest einem Kunden zugeordnet sein: MSPs ist es nicht gestattet, Software von mehreren Kunden auf demselben physischen Server zu hosten.

Welche Rolle spielt nun Microsofts Windows-Lizenzierung bei dieser Hosting-Methode? Kunden greifen mit einem Remote-Desktop-Protokoll auf die virtuellen Maschinen zu, aber jedes Gerät, das auf die virtuellen Maschinen zugreift, muss über die entsprechenden Windows-Lizenzen verfügen - entweder über Windows mit Software Assurance (Microsofts Programm zur Upgrade-Berechtigung) oder über das Abo-Modell "Virtual Desktop Access". Als Ergebnis kann diese Lösung die Kosten für Verwaltung und Nutzung des Rechenzentrums senken, spart aber keine Lizenzen.

Wenn Kunden über diese virtuellen Desktops auf Office zugreifen, muss außerdem jedes Gerät, das auf den virtuellen Desktop zugreift, eine eigene Office-Lizenz besitzen. Dadurch wird dieses Szenario deutlich teurer als die Lösung von Serviceprovidern für Benutzer mit mehreren Geräten.

Artikel wurde zuletzt im April 2013 aktualisiert

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