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Welchen Vorteil bringt Long-Distance-vMotion für die Workload-Migration?

Mit vSphere 6 hat VMware auch Long-Distance-vMotion vorgestellt. Welchen Vorteil bringt die neue Workload-Migration gegenüber der bisherigen vMotion?

VMware vMotion ist zu einem wichtigen Tool für die VM-Migration und zum Workload-Balancing geworden und hilft Unternehmen,...

ihr Data Center flexibel an sich schnell verändernde Geschäftsanforderungen anzupassen. Allerdings war vMotion bisher auch durch einige ganz praktische Grenzen limitiert, beispielsweise durch die große Latenz und Distanz zwischen zwei Rechenzentren.

Mit vSphere 6 werden diese Beschränkungen ein weiteres Stück weit aufgehoben, da Long-Distance-vMotion jetzt die Live-Migration mit wesentlich höherer Latenz ermöglicht und Workloads auch zwischen kontinentalen Entfernungen verschieben kann. Diese Funktionserweiterung verspricht neue Anwendungsszenarien für die Workload-Migration, die vorher so mit vMotion nicht möglich waren.

Jede Netzwerkkommunikation ist von einer gewissen Latenz betroffen, die sich einfach ausgedrückt in einer zeitlichen Verzögerung zwischen dem Senden eines Datenpakets und dem Eintreffen beim Empfänger auswirkt. Die tatsächliche Latenz hängt dabei von vielen verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von der Bearbeitungsgeschwindigkeit, vom Arbeitsspeicher und I/O-Kapazitäten innerhalb eines Servers sowie von Verzögerungen bei Switches und Routern.

Der wichtigste Faktor in Sachen Latenz ist aber die physische Entfernung zwischen den beiden Endpunkten. Die Kommunikation über weit entfernte Regionen hinweg kann leicht Latenzen von mehreren Millisekunden pro Datenpaket verursachen. Die Paketumlaufzeit oder auch Round Trip Time (RTT) verdoppelt durch den Hin- und Rückweg der Datenpakete dann effektiv die Latenz.

Frühere Versionen von VMware vMotion setzten eine Paketumlaufzeit von maximal 10 Millisekunden voraus, also fünf Millisekunden jeweils für den Hin- und Rückweg. Wenn man alleine für die elektronische Verarbeitung an beiden Endpunkten ein bis zwei Millisekunden veranschlagt, bleiben lediglich drei Millisekunden für den Transport der Datenpakete übrig. Bei knapp 200 Kilometern pro Millisekunde war vMotion bisher in der Praxis auf eine Entfernung von ca. 500 bis 600 Kilometer beschränkt. Diese Entfernung reicht für lokales Workload-Balancing im gleichen Data Center oder in benachbarten Gebäuden und für das Verschieben virtueller Maschinen von und zu nahen Backup- oder Colocation-Standorten.

Trotzdem schränkte die begrenzte Reichweite die Möglichkeiten von vMotion bisher natürlich deutlich ein. Es gibt viele denkbare Gründe, warum Unternehmen Workloads in weiter entfernte Rechenzentren migrieren würden, zum Beispiel aus Vorsorge vor lokalen Desaster-Szenarien oder auch einfach, um näher an der Kundennachfrage zu sein. So könnte es beispielsweise zu unterschiedlichen Tageszeiten sinnvoll sein, virtuelle Maschinen von New York nach London zu migrieren, wenn die Zugriffe auf Applikationen und Workloads quasi dem Sonnenverlauf folgen.

Mit vSphere 6 hat VMware nun den Versuch unternommen, die Reichweitenbegrenzung aufzuheben und Long-Distance-vMotion vorgestellt, womit die mögliche Round Trip Time von zehn auf 150 Millisekunden angehoben wurde. Damit wird die mögliche Reichweite von vMotion natürlich enorm vergrößert. Mit einer Paketumlaufzeit von 150 Millisekunden und einer entsprechenden Latenz von ungefähr 70 Millisekunden pro Hin- und Rückweg bei fünf Millisekunden für die elektronische Verarbeitung erreicht man per Long-Distance-vMotion eine mögliche Entfernung von weit mehr als 10.000 Kilometer.

In der Praxis dürfte die Paketumlaufzeit allerdings kaum die 100 Millisekunden übersteigen, was einer Latenz von 45 Millisekunden pro Hin- oder Rückweg bei Entfernungen von rund 8.000 bis 9.000 Kilometern entspricht. Damit werden VM-Migrationen über enorm große Entfernungen wie von New York nach Los Angeles (etwa 4.000 Kilometer) oder von New York nach London (gut 5.000 Kilometer) möglich.

Diese Entfernungen ermöglichen viele neue Anwendungsszenarien für vMotion, beispielsweise die Wahl weiter entfernter Colocation-Anbieter oder Disaster-Recovery-Strategien über verschiedene Kontinente hinweg. Auch Workload-Balancing und andere Maßnahmen des Ressourcen-Managements können so über eine größere Anzahl weiter verstreuter Rechenzentren durchgeführt werden.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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