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Welche Funktionen fehlen in der kostenlosen vSphere-Version?

VMwares Virtualisierungs-Plattform vSphere ist auch kostenlos verfügbar. Welche Funktionen fehlen gegenüber kostenpflichtigen Versionen?

Seit der Veröffentlichung von vSphere haben viele VMware-Kunden ihre Virtualisierungs-Plattform auf dem kostenlosen vSphere-Hypervisor aufgebaut. Die kostenlose Variante von vSphere besitzt aber einige Schwächen, weshalb sich das Angebot seitens VMware auch eher an kleine Unternehmen richtet, und nicht an große Konzernumgebungen.

Natürlich bietet kostenpflichtige Software mehr Funktionen, als kostenlose Produkte. In diesem Fall fehlen der kostenlosen vSphere-Version bestimmte Tools und Funktionen wie vMotion, Fault Tolerance oder auch vSAN. Für alle diese Features sind mindestens drei Serverknoten nötig. Die Einschränkungen im Zusammenhang mit der kostenlosen vSphere-Version lassen sich in zwei Bereiche einordnen: Hardware und Funktionsumfang.

VMware arbeitet stets daran, die physischen Einschränkungen des kostenlosen vSphere-Hypervisors abzubauen. So lag das Memory-Limit in vSphere 5 beispielsweise noch bei 32 GB. Mit ESXi 6.5 gibt es jetzt keine Hardwareeinschränkung mehr, außer das Maximum von zwei physischen CPUs sowie acht vCPUs pro virtueller Maschine. Damit stellt es kein Problem mehr da, zwei Hexacore-Xeon-Prozessoren mit 128 GB RAM und RAID-Konfiguration auf einer einzelnen Maschine zu betreiben. Eine derartig konfigurierte Maschine wäre ein äußerst potenter Virtualisierungs-Host und bräuchte keine kostenpflichtige Lizenzierung.

Die meisten großen Produktivumgebungen verwenden lediglich zwei CPU-Sockel, um die enorm hohen Kosten pro Sockel zu drücken, die bei der Enterprise-Plus-Lizenzierung von vSphere anfallen. Aus diesem Blickwinkel ist es natürlich sinnvoll, die Anzahl der Sockel zu reduzieren und stattdessen die Anzahl der CPU-Kerne zu erhöhen. Damit erklärt sich auch, warum inzwischen viele Hersteller wie etwa Microsoft ihre Produkte auf Basis der CPU-Kerne lizenzieren, nicht mehr pro CPU-Sockel.

Ein Server mit der kostenlosen vSphere-Version kann also eine große Anzahl virtueller Maschinen unterstützen. Dabei werden VMware-Kunden schnell merken, dass mit diesem Setup keine Cluster möglich sind und auch keine Storage vMotion durchgeführt werden kann, solange die Server noch aktiv sind. Man kann zwar virtuelle Maschinen auch mit der kostenlosen vSphere-Version verschieben, der ganze Prozess ist aber wesentlich komplexer und macht eine gewisse Ausfallzeit erforderlich.

Weitere Nachteile der kostenlosen vSphere-Version

Auch das integrierte Monitoring ist eine Funktion, die in der kostenlosen vSphere-Version fehlt. Je nach Anforderungen an die eigene Umgebung kann dies ein großes Problem sein. Auch der nächste Punkt ist für viele Unternehmensumgebungen kritisch: Die kostenlose vSphere-Variante bietet keine Möglichkeit zur Active-Directory-Integration. Kunden können zwar ihre eigenen Anmeldedaten verwalten, dies aber nur durch das direkte Hinzufügen von Anwendern auf dem Host.

In kleineren Enterprise-Umgebungen sieht man auch häufig mehrere dual-redundante VMs, jeweils eine auf einem eigenen Host. Load Balancing ist gerade für große Business-Anwendungen enorm wichtig, über diese Konfiguration mit der kostenlosen vSphere-Version lassen sich oft teurere Enterprise-Plus-Lizenzen vermeiden, indem einfach zwei Kopien der gleichen Daten auf unterschiedlichen Hosts vorgehalten werden.

Es gibt viele Wege, wie sich die kostenlose vSphere-Version zum Aufsetzen umfangreicher IT-Systeme nutzen lässt. Auch wenn kostenpflichtige vSphere-Lizenzen mehr Funktionen bieten, reicht in vielen Fällen aber auch die kostenlose Lizenz bereits aus, die ein ausgewogenes Verhältnis aus Performance und Tools bietet.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2017 aktualisiert

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