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Was passiert, wenn man Affinitätsregeln verletzt?

Über Affinitätsregeln kann die Platzierung virtueller Maschinen auf Host-Systemen gesteuert werden. Aber was passiert eigentlich, wenn Affinitätsregeln verletzt werden?

Das Anlegen von Affinitäts- oder Anti-Affinitätsregeln für virtuelle Maschinen und Host-Systeme ist nicht schwer, dabei sollte man aber auf mögliche Probleme achten, die dadurch entstehen können. Ein häufiges Beispiel für entsprechende Regelkonflikte sind Affinitätsregeln für mehrere virtuelle Maschinen. Je komplexer entsprechende Affinitätsregeln werden, umso wahrscheinlich sind auch daraus resultierende Probleme.

Ein Konflikt kann zum Beispiel dann entstehen, wenn eine Affinitätsregel vorsieht, zwei virtuelle Maschinen zusammen auf dem gleichen System zu betreiben, während eine andere Regel die Ausführung auf getrennten Systemen vorgibt. Affinitätsregeln mit einem Konflikt können nicht zusammen ausgeführt werden. Dabei haben ältere Regeln generell Vorrang vor neueren, während Anti-Affinitätsregeln Vorrang vor Affinitätsregeln haben. Administratoren haben die Möglichkeit, Affinitätsregeln bei Konflikten zu ändern oder betroffene Regeln zu deaktivieren.

Konflikte können aber auch mit Affinitätsregeln für Hosts auftreten. VM-Host-Regeln werden genauso wie VM-VM-Regeln angewendet. Nehmen wir also an, eine virtuelle Maschine wäre von zwei unterschiedlichen VM-Host-Regeln betroffen, die zwei unterschiedliche Host-Gruppen vorsehen. Die virtuelle Maschine kann dann nur auf Hosts ausgeführt werden, die den beiden unterschiedlichen Host-Gruppen angehören. Wie bei VM-VM-Affinitätsregeln haben auch bei VM-Host-Regeln ältere Regeln Vorrang vor neueren. VMware-Tools wie Distributed Resource Scheduler (DRS), vSphere High Availability (HA) oder vSphere Distributed Power Management (DPM) werden niemals must- oder must-not-Regeln verletzen, können aber should- oder should-not-Regeln verletzen.

Die Folgen verletzter Affinitätsregeln

Regelkonflikte und andere ungewollte Verletzungen von Affinitätsregeln können funktionale oder Performance-Probleme nach sich ziehen, so könnten etwa DRS, HA und DPM nicht mehr wie beabsichtigt funktionieren. Distributed Resource Scheduler wird virtuelle Maschinen nicht mehr ordnungsgemäß für den Wartungsmodus von einem Host migrieren, wenn diese Migration eine must- oder must-not-Regel verletzt.

Genauso wird DRS virtuelle Maschinen nicht mehr hochfahren oder für das Load Balancing migrieren, vSphere HA wird keinen Failover durchführen und vSphere DPM keine VM-Migration für das Versetzen von Hosts in den Standby-Modus mehr umsetzen.

Die einfachste Lösung, um funktionale Probleme als Folge verletzter Affinitätsregeln zu vermeiden, ist die Verwendung von should- oder should-not-Regeln anstelle von must- oder must-not-Regeln. Affinitätsregeln sollten vor ihrer Aktivierung sorgfältig überprüft, mit anderen Regeln verglichen und anschließend in einer Testumgebung getestet werden. Zudem sollten ausreichend Hosts in der DRS-Gruppe verfügbar sein, um im Fall von Regelkonflikten Compute-Probleme zu vermeiden. Administratoren können aber auch Alarmbenachrichtigungen aufsetzen, um bei Regelverletzungen benachrichtigt zu werden.

Affinitätsregeln können keine Gedanken lesen

Im Umgang mit Affinitätsregeln ist es hilfreich, daran zu denken, dass diese Regeln kein Verständnis davon haben, warum sie eingerichtet werden. Wenn also Affinitätsregeln angelegt werden, um das Ausführen spezifischer virtueller Maschinen auf Hosts mit entsprechend lizenzierter Software sicherzustellen, dann überwachen diese Affinitätsregeln natürlich nicht den Lizenzstatus der Hosts. Es bleibt also nach wie vor Aufgabe der IT-Abteilung, dafür zu sorgen, dass die Regeln mit den Gründen für ihre Einrichtung im Einklang stehen. Hierfür sind Richtlinien auf einer höheren Ebene des Systems sowie regelmäßige Überprüfungen der Affinitätsregeln notwendig.

Die Platzierung und Migration von virtuellen Maschinen ist enorm flexibel, was einer der Gründer für den großen Erfolg der Virtualisierung ist. Die Flexibilität bei der VM-Platzierung ist aber keinesfalls gleichzusetzen mit der zufälligen Platzierung virtueller Maschinen. Neue und Failover-VMs sollten niemals vollkommen wahllos platziert werden.

Administratoren können von VMware DRS und HA sowie von Affinitäts- und Anti-Affinitätsregeln profitieren, um eine effektive und vernünftige Platzierung virtueller Maschinen mit Blick auf Hosts und andere VMs vorzunehmen. Trotzdem gibt es, wie hier beschrieben, einige Einschränkungen und Probleme, über die Admins im Umgang mit Affinitätsregeln Bescheid wissen sollten.

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Nächste Schritte

Worin unterscheidet sich VM- und Host-Affinität?

Affinitätsregeln und der VM-Failover

 

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

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