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Wann beendet VMware den Support für PCoIP?

Blast Extreme ist längst ein leistungsstärkeres und funktionsreicheres Remote-Protokoll als PCoIP. Wann wird VMware den Support für PCoIP in Horizon einstellen?

Mit Horizon 7 im Februar 2016 hatte VMware das neue Remote-Protokoll Blast Extreme vorgestellt, das bis heute parallel zu PCoIP für die Auslieferung virtueller Desktops und Applikationen in VDI-Umgebungen (Virtual Desktop Infrastructure) zum Einsatz kommt. Gegenüber dem lange Jahre primär genutzten PCoIP bringt Blast Extreme dabei vor allem für mobile Endgeräte und für den Desktop-Zugriff über mobile Internetverbindungen hinweg Performance-Vorteile.

Seit der Veröffentlichung von Blast Extreme ist das Remote-Protokoll beständig mit neuen Funktionen erweitert worden, etwa bereits wenig später auf der VMworld 2016 durch die Unterstützung von Blast Extreme in DaaS- (Desktop as a Service) und vGPU-Szenarien (GPU-Virtualisierung). Im Februar 2017 wurde schließlich mit Horizon 7.1 das jüngste größere Funktions-Update für Blast Extreme ausgeliefert, das mit Adaptive Transport eine dynamische Anpassung des Remote-Protokolls an den Netzwerkverkehr verspricht.

Bei all den neuen Funktionen für Blast Extreme und vor allem dem starken Marketing-Fokus seitens VMware stellt sich bei vielen VDI-Admins langsam aber sicher die Frage, wie lange VMware das PCoIP-Protokoll noch unterstützen wird. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Technologie hinter PCoIP von Teradici lizenziert werden muss, womit VMware durch ein Ende des PCoIP-Supports vermutlich auch viel Geld einsparen könnte.

Auf der VMworld 2017 gab es die Gelegenheit, Shankar Iyer, Senior Vice President and General Manager Desktop Business im End-User Computing Bereich bei VMware, nach der Zukunft von PCoIP zu fragen. Für Shankar Iyer ist Blast Extreme dabei inzwischen eindeutig das bessere Remote-Protokoll, weil es viele Funktionen bietet, die PCoIP nicht enthält, etwa besagtes Adaptive Transport für Szenarien mit geringer Netzwerkbandbreite und/oder hoher Latenz.

„PCoIP ist ein hervorragendes Remote-Protokoll, keine Frage“, so Shankar Iyer. „Es wurde aber in einer völlig anderen Zeit entworfen. Die Zukunft gehört ganz sicher nicht PCoIP.“ Blast Extreme dagegen zeugt von VMwares starkem Fokus auf mobile Endgeräte, und „wurde für genau diese moderne Welt von uns entwickelt.“

Trotzdem denkt VMware zumindest offiziell nicht daran, den Support für PCoIP einzustellen: „Solange unsere Kunden nicht vollständig von PCoIP weg sind, gibt es keine Pläne, PCoIP nicht mehr zu unterstützen“, erklärt er. Er gibt allerdings auch zu bedenken, dass bereits mehr als die Hälfte der Horizon-Nutzer das neue Blast-Protokoll nutzen. „Blast Extreme ist längst das Standard-Protokoll für den Großteil unserer Kunden, und mit steigender Verbreitung von Horizon 7.x wird sich dieser Anteil stetig erhöhen. 90 Prozent der Horizon-Anwender würden sicherlich sofort auf Blast Extreme umsteigen, wenn sie ihre Umgebung auf Horizon 7.x aktualisieren – sofern sie keine älteren Clients haben, die Blast Extreme nicht unterstützen.“

Tatsächlich muss die Firmware von Thin und Zero Clients das Blast-Protokoll unterstützen, ist dies nicht der Fall, müssen entsprechende Endgeräte über PCoIP oder alternativ über RDP an die VDI-Umgebung angebunden werden. Wegen dieser Tatsache verspricht Shankar Iyer auch langfristig noch den weiteren Support von PCoIP, und irgendwann – so schwingt es zwischen den Zeilen mit – habe sich das Problem aufgrund der Erneuerungszyklen von Thin und Zero Clients quasi von alleine erledigt.

Aktiv beenden wird VMware den PCoIP-Support von Horizon also offenbar nicht, zu groß wäre wohl auch der Unmut vieler Horion-Nutzer, die lieber an PCoIP festhalten. Allerdings scheint VMware durchaus auf die Strategie zu setzen, Blast Extreme immer weiter mit neuen Funktionen zu versorgen, die PCoIP nicht erhalten wird. So könnten Horizon-Nutzer mittel- bis langfristig über den höheren Funktionsumfang zum Umstieg auf Blast Extreme genötigt werden.

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Überblick über die unterschiedlichen Horizon-Editionen

Welche Optionen gibt es bei der Horizon-Lizenzierung?

 

Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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