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In welchen Umgebungen sollte man Hyper-V mit GUI installieren?

Hyper-V kann mit oder ohne grafische Verwaltungsoberfläche installiert werden. Wann sollte eine Hyper-V-Installation mit GUI erfolgen?

Eine grafische Benutzeroberfläche (GUI, Graphical User Interface) kann schon ganz praktisch sein, um eine Handvoll Server zu verwalten. Spätestens bei größeren Umgebungen bringen einen all die Fenster und Buttons aber nicht mehr wirklich weiter.

Microsoft bietet daher drei verschiedene Deployment-Optionen für Hyper-V an: Zunächst einmal im Rahmen von Windows Server 2016 mit Desktop Experience einschließlich grafischer Benutzeroberfläche, dann als Serverrolle auf Basis eines Server Core Deployments und zu guter Letzt seit Windows Server 2016 auch als Host, der Nano Server und die Hyper-V-Rolle ausführt. Die Entscheidung für oder gegen eine dieser Deployment-Arten ist nicht trivial. Besonders wichtig ist es dabei, den Bedarf des eigenen Unternehmens zu berücksichtigen.

Unterschiede der Hyper-V-Bereitstellung

Einer der Hauptunterschiede zwischen den drei vorgestellten Deployment-Arten von Hyper-V ist die Verwaltungsoberfläche. Die volle Desktop-Experience installiert Windows Server mit einer kompletten GUI und den Hyper-V Management Tools. Ein Server Core Deployment bietet demgegenüber nur eine minimale GUI, mit deren Hilfe sich Hyper-V über die PowerShell verwalten lässt, diese grafische Benutzerumgebung ist aber meilenweit entfernt vom Umfang der Desktop Experience. Nano Server bieten letztlich nur eine minimale Management-Oberfläche, um sich mit Servern im Netzwerk zu verbinden, verfügt aber weder über eine GUI noch über eingebaute Hyper-V Management Tools.

Angesichts dieser doch recht unterschiedlichen Bereitstellungsmöglichkeiten von Hyper-V sollte man sich also gut überlegen, ob man auf Hyper-V-Hosts eine GUI benötigt, oder besser gleich ohne an den Start geht. Diese Frage ist schon seit der Einführung von Hyper-V und Windows Server Core in Windows Server 2008 heiß umstritten. Letztendlich sollte die Entscheidung aber, wie schon erwähnt, vor den jeweiligen Anforderungen im Unternehmen abhängen.

Anforderungen an die Hyper-V-Umgebung

Eine der wichtigsten Überlegungen orientiert sich an der Größe des Hyper-V Deployments.

Arbeitet man in einer großen, konzernähnlichen Umgebung mit hunderten von Hyper-V-Servern, so gibt es für die Installation einer GUI kaum stichhaltige Gründe. Größere Unternehmen verwalten ihre Server fast nie direkt von der Serverkonsole aus. Dafür sind es einfach zu viele Server, und das lokale Verwalten von Servern skaliert außerordentlich schlecht.

Arbeiten man hingegen für ein kleines Unternehmen mit nur ein paar wenigen Hyper-V-Servern, so wird deren Verwaltung sehr viel wahrscheinlicher direkt über die Konsole erfolgen. In diesem Fall profitiert man sehr wohl von einer grafischen Benutzeroberfläche.

Dabei sollte man aber auch immer an die Ressourcen auf dem Host-Server denken, die eine GUI für sich selbst benötigt. Ist es notwendig, diese Ressourcen für den Einsatz einer GUI aufzuwenden, oder kommen diese nicht besser den virtuellen Maschinen zugute? Ein kurzer Vergleich: Eine Nano-Server-Installation ist etwa 20 Mal kleiner als ein Windows Server 2016 Deployment mit Vollkonfiguration für die Desktop Experience.

Verwaltungswerkzeuge für Hyper-V

Zusätzlich sollte man sich Gedanken darüber machen, mit welchem Verwaltungswerkzeug man arbeiten möchte. Es gibt nicht weniger als vier unterschiedliche Tools für die Verwaltung von Hyper-V.

Der Hyper-V Manager ist das wohl bekannteste Tool und eignet sich für kleine Hyper-V Deployments. Obwohl der Hyper-V Manager durchaus Verbindung zu mehreren Hyper-V-Servern aufnehmen kann, bietet er keine konsolidierte Übersicht über die VMs auf diesen Servern. Der Hyper-V Manager ist im Wesentlichen für einzelne Server gut geeignet, skaliert aber nicht sonderlich gut.

Mit dem Failover Cluster Manager können hochverfügbare Hyper-V-VMs verwaltet werden, dafür eignet sich dieses Werkzeug wiederum nicht für Einzelsysteme. Auch mit der PowerShell lässt sich Hyper-V natürlich verwalten, wobei die meisten Administratoren dann doch eine grafische Benutzeroberfläche bevorzugen.

Schließlich bleibt als vierte Möglichkeit noch die Verwaltung von Hyper-V über System Center Virtual Machine Manager (SCVMM). SCVMM muss allerdings gesondert von Hyper-V lizenziert werden und eignet sich daher vor allem für große Deployments.

Wählt man für die Verwaltung den Hyper-V Manager oder den Failover Cluster Manager, so wird einem das Hyper-V Deployment mit GUI das Leben deutlich einfacher machen. Umgekehrt braucht man nicht wirklich eine grafische Verwaltungsoberfläche auf lokalen Hyper-V-Servern, wenn man Hyper-V über die PowerShell oder über SCVMM verwaltet, denn beide Tools eignen sich auch hervorragend für das Remote-Management.

Letztendlich gibt es keine grundsätzlich richtige oder grundsätzlich falsche Antwort auf die Frage, ob eine Hyper-V-Installation mit oder ohne GUI erfolgen sollte. Die Anforderungen eines jeden Unternehmens liegen anders, zudem muss auf Faktoren wie die Größe des Unternehmens, die bereits eingesetzten Verwaltungswerkzeuge oder die individuellen Fähigkeiten der IT-Abteilung eingegangen werden. Allerdings muss auch die Frage keine Entweder-oder-Entscheidung sein: Warum also nicht einen Teil der Hyper-V-Umgebung mit, und einen anderen Teil ohne GUI betreiben?

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Artikel wurde zuletzt im August 2017 aktualisiert

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