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Im Windows Explorer kopieren, ohne das System auszubremsen

Große Kopiervorgänge können Windows auslasten. Unser Autor erklärt seinen Trick, wie er die Systemlast signifikant minimiert.

Wenn ich mit dem Windows Explorer eine große Anzahl von Dateien von einem Laufwerk auf ein anderes kopiere, wird...

mein System enorm ausgebremst und langsam. Wie kann ich das verhindern?

Über die letzten Ausgaben von Windows hat Microsoft einige Funktionen eingeführt, mit denen I/O-intensive Datenzugriffe auf den Betriebssystemen weniger starke Lasten verursachen. Einige Funktionen arbeiten im Hintergrund, ein Beispiel hierfür ist etwa Direct Memory Access (DMA), einige entwickeln sich langsam weiter.

Den meisten dürfte bekannt sein, dass bestimmte Prozesse bestimmten Prioritäten zugeordnet werden. Ein Prozess mit einer niedrigen Priorität wird nur dann abgearbeitet, wenn die CPU nicht anderweitig ausgelastet ist. Prozesse mit hoher Priorität erhalten bevorzugt Zugriff auf die Ressourcen.

Microsoft hat eine weitere Art von Priorität zum Windows Explorer hinzugefügt: I/O Priorität. Das funktioniert wie es klingt: Prozesse mit hoher Priorität erhalten mehr Zugriff auf die I/O-Ressourcen. Diese Priorisierung lässt sich bei großen Kopiervorgängen nutzen und entsprechend von Hand anpassen.

Ich habe mir dazu eine Batch-Datei namens fastmove.bat geschrieben, mit der Dinge von Punkt A nach Punkt B kopiert werden. Dabei gibt es nur minimale Auswirkungen auf das System.

Der „Quellcode“ für fastmove.bat besteht aus lediglich einer Zeile:

start /low xcopy %1 %2 /s /j

Tragen Sie das einfach in einen Editor ein und speichern sie es unter fastmove.bat.

Künftig können Sie fastmove.bat über die Kommandozeile ausführen, der Befehl lautet

fastmove [Quelle] [Ziel]

Sehen wir uns mal an, wie fastmove arbeitet.

Zuerst ist da das start-Kommando. Dieses wird oftmals unterschätzt: Mit Hilfe von start kann man einen anderen Prozess mit einer angepasster Priorität starten. Der nächste Parameter, /low, macht genau das – er weist dem Kommando xcopy eine niedrige Priorität zu.

Xcopy kümmert sich um die eigentliche Kopierfunktion. Die Anwendung erlaubt deutlich mehr Funktionen als der einfache copy-Befehl. Eine dieser Optionen ist der Schalter /j, dieser befiehlt dem System, den Kopiervorgang über den ungepufferten I/O durchzuführen. Das lohnt sich bei großen und kleinen Dateien aus zwei Gründen:

  1. Der Overhead beim Kopieren von Dateien wird reduziert. Werden die Dateien im Puffer gehalten, lassen sie sich schneller wieder aufrufen. Geht es aber nur um das Verschieben von vielen oder großen Dateien, dann erzeugt die Pufferung nur unnötige Prozessorlast.
  2. Die Option verhindert, dass der Zwischenspeicher überladen wird. Der Pufferungsprozess nutzt das zur Verfügung stehende RAM für den Zwischenspeicher. Diese Bereiche des Arbeitsspeichers sind dann allerdings für andere Applikationen nicht mehr nutzbar – entsprechend wird das System ausgebremst.

Wenn Sie also das nächste Mal zahlreiche Dateien verschieben müssen, probieren Sie fastmove einfach mal aus – sie werden sehen, wie viel besser Ihr System mit dem Kopiervorgang zurechtkommt.

Der Artikel Schnelleres Kopieren mit Robocopy und anderen Tools zeigt Ihnen Alternativen zum selbstgemachten fastmove.

Artikel wurde zuletzt im März 2014 aktualisiert

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